Wussten Sie, dass...
der Begriff Anästhesie aus dem Griechischen stammt und "ohne Wahrnehmung" bedeutet?

Anästhesist

GPR
Kontakt

 
CA_Dr_Gerd_Albuszies

Chefarzt der Klinik für Anästhesie, anästhesiologische Intensivmedizin und
perioperative Schmerztherapie

 

PD Dr. med. Gerd Albuszies, MBA

 

Telefon:  06142 88-1396
Telefax:  06142 88-1274

E-Mail: fa-anaesthesie@
            GP-Ruesselsheim.de

 

Funktionsbereiche

Im GPR Klinikum sind sechs Operationssäle und etliche andere Arbeitsplätze mit Narkosegeräten und Überwachungsmonitoren der neuesten Generation ausgestattet. Die Überwachungsmonitore registrieren online z.B. das EKG, die Atemfrequenz, den Blutdruck, auch direkt in einer Arterie oder in der großen Körper-Hohlvene gemessen, die Sauerstoffbeladung im Blut, die Körpertemperatur und sie sind gleichzeitig auch Computer, die uns aus den Messungen Werte berechnen bzw. Aussagen über die Herzleistung oder die Lungenfunktion ermöglichen.

 

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Moderne Narkosegeräte messen kontinuierlich alle Gase während der Einatemphase und der Ausatemphase - Sauerstoff, Lachgas, verschiedene andere Narkosegase, Kohlendioxid - registrieren die Drücke in der Lunge und die Ein- und Ausatmungsluftmenge und einiges mehr. All diese modernen technischen Geräte tragen unter anderem dazu bei, die Narkosen so sicher und für den Einzelfall individuell gestaltbar zu machen, sodass ein Narkosezwischenfall heutzutage in Deutschland ein höchst seltenes Ereignis ist. Nachdem die Patienten nach einer Operation aus der Narkose erwacht sind, werden Atmung, Herz- und Kreislaufsystem und bei Bedarf auch weitere Funktionen in einem Aufwachraum mit sechs Plätzen überwacht, bis nach Entscheidung eines Anästhesisten der Patient wieder auf seine Station zurückgebracht werden kann. Weitere modernste Narkose-Arbeitseinheiten sind im Kreißsaal, in der Chirurgischen Ambulanz, im Unfall-Röntgen-Untersuchungsraum und im Computertomographen-Raum (CT) für Notfälle und Untersuchungen in Narkose bei schwerstkranken Patienten eingerichtet. Auf den Unterschied zwischen Allgmein- und Vollnarkose und örtlicher - bzw. Regionalanästhesie sowie Nervenblockaden wird später noch genauer eingegangen.

 

Auch auf der anästhesiologischen operativen Intensivstation, auf der schwerkranke Patienten vom Chefarzt, einem Anästhesie-Oberarzt, vier Assistenzärzten der Anästhesie, einem Assistenzarzt der Chirurgie sowie 18 Pflegekräften rund um die Uhr betreut werden, wurde kürzlich eines der modernsten "Patienten-Überwachungssyteme" installiert, auf dessen Monitoren alle wichtigen Körperfunktionen "online" überwacht werden können. Die Station ist für maximal neun Patienten eingerichtet, die dort gleichzeitig behandelt werden können. Mit fünf modernsten Beatmungsgeräten und Organsatzverfahren können wir Patienten mit Lungen-, Nieren- und anderen Organversagen über die bedrohlichsten Phasen ihrer Erkrankung hinweghelfen. Blutsparende Verfahren beschränken den körperfremden Einsatz von Blut, Blutkomponenten und Gerinnungsfaktoren auf ein Minimum.

 

 

 

Unsere Arbeit läßt sich in folgende Bereiche einteilen:

Betreuung durch den Anästhesisten vor, während und nach einer Operation

Vor jeder Narkose muss sich ein Anästhesist über den Patienten informieren, ebenso wie der Patient über die bevorstehende Narkose informiert und aufgeklärt werden muss. Dieser Informationsaustausch erfolgt im sogenannten Prämedikationsgespräch bzw. bei der Prämedikationsuntersuchung, welche für Patienten die gehfähig sind, meist in der Anästhesieambulanz durchgeführt werden. Patienten, die aufgrund ihrer Verletzung oder Erkrankung ans Bett gebunden sind, werden von einem Anästhesisten im Krankenzimmer aufgesucht. Aus zwei Gründen ist diese Voruntersuchung besonders wichtig:

 

Zum einen muss sich der Narkosearzt bei dieser Gelegenheit aufgrund der vorliegenden Untersuchungsbefunde, der Auskünfte des Patienten und seiner eigenen Untersuchung ein Bild vom Gesundheitszustand des Patienten machen. Er muss eventuell vorbestehende Erkrankungen und deren Schweregrad erfahren, dafür Sorge tragen, dass bestimmte Medikamente weiter eingenommen und andere dagegen nicht mehr genommen werden. Manchmal entdeckt er bis dahin nicht bekannte Erkrankungen und sorgt dafür, dass diese untersucht und behandelt und die Operation im Extremfall auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird, wenn die Sicherheit des Patienten dies erfordert.

 

Information, Aufklärung, Vertrauensverhältnis

Zum andern muss der Patient über die Narkose informiert und, wenn verschiedene Narkoseverfahren möglich sind, in die Entscheidung über die Auswahl des Narkoseverfahrens eingebunden werden (z.B. Vollnarkose oder Ausschaltung einzelner Körperteile oder Körperregionen durch örtliche Betäubungstechniken). Bei großen Operationen muss der Narkosearzt über alle möglichen Maßnahmen, die zusätzlich zur Narkose notwendig werden können (z.B. Bluttransfusion, das Legen bestimmter Katheter in große Körpervenen usw.) sowie die damit verbundenen Risiken aufklären. Hierzu ist er aus rechtlichen Gründen verpflichtet. Seine eigentliche ärztliche Aufgabe besteht jedoch darin, dem Patienten die fast immer vorhandene Angst vor der Narkose zu nehmen und sein Vertrauen zu gewinnen. Auf die Gemütsverfassung, in welcher der Patient schließlich in den Operationssaal gebracht wird, hat dieses Gespräch einen wichtigeren Einfluß als die zusätzliche Verabreichung eines beruhigenden bzw. angstlösenden Medikaments.

 

Die verschiedenen Narkoseverfahren:

Hier möchte ich mich auf eine ganz allgemeine, auch dem medizinischen Laien nachvollziehbare Einteilung beschränken. Wir unterscheiden zwischen Verfahren, bei denen der Patient schläft ( auch als Allgemein- oder Vollnarkose bezeichnet) und Verfahren, bei denen der Patient wach bleibt, da der zu operierende Bereich durch die Ausschaltung entsprechender Nerven oder Nervengeflechten oder durch rückenmarksnahe Betäubungsverfahren schmerzfrei gemacht wird. Wir sprechen in diesen Fällen von Nervenblockaden oder Regionalanästhesien.

 

Die Allgemeinanästhesie kann auf vielerlei Art durchgeführt werden. So können Narkosemittel direkt in die Blutbahn injiziert oder als Gase durch die fast immer notwendige künstliche Beatmung über die Lunge in die Blutbahn gelangen. Meist werden beide Methoden miteinander kombiniert. Ein großer Fortschritt gegenüber früheren Jahren liegt heute in der Möglichkeit Narkosen so zu führen, dass der Patient nur wenige Stunden nach dem Eingriff ohne nennenswerte Nachwirkungen in Begleitung das Krankenhaus verlassen kann. Diese Techniken werden täglich bei den ambulanten Operationen erfolgreich angewandt.

 

Bei den Nervenblockaden und Regionalanästhesien bleibt der Patient wach. Örtliche Betäubungsmittel werden an bestimmten Stellen des Körpers entweder in die Nähe von Nerven oder Nervengeflechten oder in Höhe der Lendenwirbelsäule in die Nähe des Rückenmarks bzw. der Rückenmarksnerven (niemals in das Rückenmark!!) gespritzt. Damit die Nadeln die hierzu verwendet werden keine Schmerzen verursachen wird die Haut an den Stellen, an welchen diese eingeführt werden, betäubt. Das hierbei entstehende leichte Brennen ist gewöhnlich das einzige, was der Patient von der Betäubung als schmerzhaft empfindet. Generell läßt sich nicht sagen, dass eines der Verfahren Allgemeinanästhesie oder Nervenblockade sicherer oder besser für den Patienten ist, da keines der Verfahren völlig frei von Risiken oder Nebenwirkungen ist. Dennoch gibt es eine Reihe von Situationen in denen das örtliche, bzw. das rückenmarksnahe Verfahren deutliche Vorteile hat (z.B. bei bestimmten Operationen am Arm oder beim geplanten Kaiserschnitt). In diesen Situationen wird der Anästhesist das entsprechende Verfahren empfehlen. In anderen Fällen kann zwischen Allgemeinnarkose und örtlichem Verfahren gewählt werden. Hier wird der Patient in die Entscheidung mit einbezogen. Natürlich gibt es auch Situationen in denen bestimmte Gründe (z.B. die Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente) die Durchführung nervenblockierender Verfahren verbieten. In diesen Fällen wird der Narkosearzt diese Methoden gar nicht zur Diskussion stellen.

 

Aufgaben des Anästhesisten während der Operation:

Entgegen herkömmlichen Vorstellungen nimmt die Narkose nur einen Teil der Aufgaben des Narkosearztes während einer Operation ein. Während es die Aufgabe des Operateurs ist Krankheitsursachen zu beseitigen, beziehungsweise bei Verletzungen die entsprechenden Organe so vollständig wie möglich wiederherzustellen, haben wir Anästhesisten neben der Betäubung des Patienten (Ausschaltung von Schmerz und Bewußtsein) dafür zu sorgen, dass die lebenswichtigen Funktionen des menschliche Organismus (wie Atmung, Kreislauf, Herz- und Nierenfunktion) während der Operation aufrecht erhalten bleiben. Diese Aufgabe und die Versorgung aller Altersklassen - vom Säugling bis hin zum schwerkranken, sehr alten Patienten - wird vor allem bei großen und schwierigen Eingriffen zur eigentlichen Herausforderung des Narkosearztes, deren Bewältigung viel Erfahrung und Sachkenntnis erfordert. Dass heute Eingriffe sicher durchgeführt werden können die noch vor Jahren mit einer sehr hohen Gefährdung des Patienten verbunden waren, ist zu einem wesentlichen Teil dem Wissenszuwachs und den pharmakologischen und technischen Fortschritten in unserem Fachgebiet zu verdanken.

 

Nun sind zum Glück etliche der bei uns durchgeführten Eingriffe keine "großen oder gefährlichen" Eingriffe. Auch bei den zumindest aus unserer Sicht kleineren oder mittelgroßen Operationen, die zur täglichen Krankenhausroutine gehören, gilt die Aufmerksamkeit des Anästhesisten neben der selbstverständlichen Narkoseführung, vor allem der Überwachung und Aufrechterhaltung der lebenswichtigen vitalen Körperfunktionen (Herz, Kreislauf, Atmung etc.). Unter dem Einfluss von Operation und Narkose kann dieses System leicht aus dem Gleichgewicht geraten. Erkennen und unverzügliches Behandeln einer solchen Störung ist eine Kernaufgabe des Anästhesisten während der Operation. Sie ermöglicht den heute ausgesprochen hohen Sicherheitsstandard während des Eingriffs und der Narkose.

 

 

Die perioperative Schmerztherapie durch den Anästhesisten

Für die Phase unmittelbar nach Operation und Narkose kommt der Patient in den Aufwachraum. Hier können Wirkungen und Nebenwirkungen der Narkose und der Operation unter der ständigen Überwachung durch zwei erfahrene Anästhesiepflegekräfte und eines Anästhesisten abklingen und wenn erforderlich, behandelt werden. In dieser Phase treten auch die ersten postoperativen Schmerzen auf, die nach den Anordnungen des Anästhesisten behandelt werden. Da der Aufwachraum direkt an den OP-Bereich grenzt, erhält der Anästhesist über das Pflegeteam sehr schnell Informationen über die Wirksamkeit der Schmerztherapie und kann seine Anordnungen an den Bedarf des Patienten anpassen. Ziel ist, den Patienten wach und schmerzfrei aus dem Aufwachraum auf die Normalstation zu entlassen und dort weiter schmerzmedizinisch zu betreuen.

 

Bestimmte Eingriffe (z.B. spezielle Knieoperationen) können nach der Operation mit erheblichen Schmerzen verbunden sein, zumal das Knie möglichst schnell wieder bewegt werden soll. In solchen Fällen kann der Anästhesist vor oder nach der Operation einen ganz dünnen Schlauch in die Leistenbeuge, in die Nähe der das Knie versorgenden Nerven, legen. Über diesen Katheter kann dann mittels einer elektronisch gesteuerten Pumpe ein örtliches Betäubungsmittel ständig zugeführt werden. Dies führt zu weitgehender Schmerzfreiheit. Unter diesen Bedingungen kann schon sehr früh mit Bewegungsübungen begonnen werden. Auch bei speziellen Armoperationen lässt sich eine derartige Schmerztherapie durchführen.

 

In der perioperativen Schmerztherapie können wir mittlerweile auch über den Aufwachraum hinaus auf den Allgemeinstationen eine besondere, qualitätsoptimierte und Leitlinien gestütze Therapie in Zusammenarbeit mit Pflege- und Arztpersonal dieser Stationen anbieten. Nach Operationen, in deren Folge mit starken Schmerzen zu rechnen ist, wird der Patient z. B. mit einer programmierbaren Pumpe versorgt, aus der er sich je nach Bedarf selbst mit dem Schmerzmittel versorgen kann. Voraussetzung ist natürlich, dass noch eine Kanüle in einer Vene liegt, über die dieses Schmerzmittel verabreicht werden kann. Die Pumpe ist vom Anästhesisten so programmiert, dass eine Überdosierung und damit eine Gefährdung des Patienten ausgeschlossen ist. Dieses Verfahren erfordert vor allem in der Anfangsphase die ständige Betreuung durch einen Anästhesisten - später auch durch die Stationen - da es sehr große Unterschiede bei den Patienten in der Schmerzwahrnehmung und in Folge dessen der Bedarf an Schmerzmedikamenten gibt. Dieses und wie auch die zuvor geschilderten Verfahren bedürfen einer regelmäßigen Kontrolle und Überwachung durch einen Anästhesisten.

 

 

 

Auch in Rückenmarksnähe lassen sich dünne Katheter legen und so dauerhaft Schmerzmittel zuführen. Die Schmerztherapie auf diesem Wege ist ideal und bedeutet nach der Operation eine große Erleichterung für den Patienten. Allerdings müssen rückenmarksnahe Betäubungs- oder Schmerztherapieverfahren wegen der Möglichkeit von Nebenwirkungen noch engmaschiger überwacht werden, was einen hohen zeitlichen und personellen Aufwand erfordert. Dieses Verfahren wird vorzugsweise auf der anästhesiologisch-operativen Intensivstation, aber auch auf den allgemeinen Stationen angewendet.

 

Die Schmerztherapie unter der Geburt:

Einen recht großen Stellenwert nimmt die genannte rückenmarksnahe Schmerztherapie in der Geburtshilfe ein. Wir Anästhesisten werden von unseren Geburtshelfern gerufen, um bei entbindenden Frauen eine sogenannte Epidural- oder Periduralanästhesie durchzuführen. Manche Frauen wünschen diese Art der Schmerzlinderung, weil sie sie von einer vorausgegangenen Geburt schon kennen, andere sind durch den Geburtsschmerz so erschöpft, dass die Geburt zum Stillstand zu kommen droht. Die geburtshilfliche Epiduralanästhesie kann den Mechanismus Schmerz-Erschöpfung-ausbleibender Geburtsfortschritt durchbrechen und so eine drohende Kaiserschnittentbindung verhindern. Sie kann aber überhaupt die qualvolle Seite des Geburtsvorgangs in den Hintergrund stellen und die Freude zum beherrschenden Erlebnis der Geburt werden lassen, so dass uns viele Frauen nach der Entbindung für diese Hilfeleistung sehr dankbar sind. Wenn sich in manchen Fällen herausstellt, dass die Entbindung auf natürlichem Wege aus den unterschiedlichsten Gründen nicht möglich ist, so kann die Epiduralanästhesie auch für die Kaiserschnittentbindung genutzt werden. Sie wird heute als ein für Mutter und Kind sehr sicheres Narkoseverfahren bei der geplanten Kaiserschnittentbindung betrachtet (dies gilt nicht für die Situation beim notfallmäßigen Kaiserschnitt, wenn alles sehr schnell gehen muss). Überdies ermöglicht dieses Verfahren der Mutter - auch beim Kaiserschnitt - an der Entbindung des Kindes bewusst teilzunehmen und im Normalfall auch einen ersten Kontakt zum Baby unmittelbar nach der Entbindung. Dennoch sollte nicht völlig vergessen werden, dass es sich auch bei der geburtshilflichen Epiduralanästhesie um ein Narkoseverfahren handelt, welches naturgemäß nie völlig risikofrei ist und für das es auch Gegenanzeigen gibt, die seine Anwendung verbieten. Die Risiken können jedoch als sehr gering bezeichnet werden, ebenso wie die Gegenanzeigen sehr selten sind (z.B. durch die Schwangerschaft ausgelöste Erkrankungen, die unter anderem die Blutgerinnung beeinträchtigen). Für uns Anästhesisten gehört die geburtshilfliche Epiduralanästhesie zu den schönen Aufgaben, da die Patientinnen gewöhnlich nicht krank, sondern jung, gesund und nach der Wirkung der Epiduralanästhesie sehr dankbar sind.

 

 

Die operative Intensivmedizin

Sehr vielseitig aber auch sehr anspruchsvoll sind die Aufgaben des Anästhesisten auf unserer Intensivstation. Welche Patienten werden hier behandelt? Nach großen und langwierigen Operationen müssen die verschiedenen Organfunktionen (Herz, Lunge, Kreislauf, Blutgerinnung, Niere) für einige Tage engmaschig überwacht werden, da die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eventueller Komplikationen in diesem Zeitraum am höchsten ist. Wegen der guten personellen Versorgung und der aufwendigen Überwachungsausrüstung (Monitoring) ist die Intensivstation hierfür der geeignetste Ort. Manche Patienten, die als Notfall operiert werden müssen (schwerer Unfall, durchgebrochener Magen bei Magengeschwür usw.) kommen wegen ihrer Grunderkrankung schon in sehr schlechtem Zustand ins Krankenhaus. Während der Narkose bemerkt der Anästhesist, dass ein oder mehrere lebenswichtige Organe des Körpers nur mit der Unterstützung durch Medikamente (z.B. Herz oder Kreislauf) oder Apparate (Lunge) ausreichend arbeiten. Diese Patienten müssen bis zur Stabilisierung ihres Zustandes (Unterstützung durch Geräte oder Medikamente nicht mehr erforderlich) intensivmedizinisch behandelt werden. Patienten nach Unfällen mit schweren Verletzungen, Patienten, die im Anschluss an Operationen bedrohliche Komplikationen erlitten, Patienten mit schweren Erkrankungen, die vielleicht operiert, in jedem Falle aber überwacht werden müssen (z.B. Bauchspeicheldrüsenentzündung) bedürfen alle der Behandlung auf der Intensivstation.

 

Die Liste schwerer Krankheitszustände ließe sich beliebig fortsetzen. Wichtiger erscheint jedoch darauf hinzuweisen, dass alle diese Patienten - unabhängig von der Ursache Ihres Leidens - eine einheitliche Reaktion des Organismus zeigen die dazu führt, dass die Funktion eines oder mehrerer lebenswichtiger Organe gestört ist oder gar zum Erliegen kommt.


Die engmaschige Überwachung die in einer Intensivstation möglich ist erlaubt es, die Organfunktionsstörungen rechtzeitig zu erkennen und falls erforderlich, unter Einsatz modernster Geräte zu behandeln. So ist es uns möglich, die Funktion der Atmung bzw. der Lunge durch Beatmungsgeräte und die der Niere durch ein Nierenersatzgerät über geraume Zeit aufrecht zu erhalten. Eine Heilung dieser Patienten ist aber nur möglich wenn es gelingt, die Ursache dieser Organstörungen zu beseitigen (z.B. Eiter aus dem Bauchraum zu entfernen oder große Knochenbrüche durch Operationen zu stabilisieren). Man weiß heute dass große Verletzungen oder unentdeckte Eiterherde ebenso wie der Verlust großer Mengen von Blut zu einer Art Entzündungsreaktion des Körpers führen, welche lebenswichtige Organe schädigt. Kann die Ursache dieser Entzündungsreaktion nicht gefunden oder aber nicht ausgeschaltet werden, kommt es zum Versagen der Organe, was schließlich zum Tode führt. Aus diesem Grunde müssen wir besonders eng mit den operierenden Ärzten zusammenarbeiten, mit denen wir täglich gemeinsam die Patienten untersuchen.

 

Sehr stark vereinfachend kann man unsere Aufgabe so umschreiben: Überwachung der lebenswichtigen Organfunktionen der Patienten, falls erforderlich Einsatz von lebensrettendem Organersatzverfahren (maschinelle Beatmung, maschineller Nierenersatz, blutsparende Methoden) gemeinsam mit den operierenden Ärzten Suche und möglichst Ausmerzung der krankmachenden Ursache.

 

Mehr Einzelheiten unserer intensivmedizinischen Tätigkeit gäbe es sicher zu schildern, würde den Rahmen einer Homepage jedoch sprengen. Die Intensivmedizin ist mit Sicherheit der anstrengendste Teilbereich unserer Tätigkeit, denn sie verlangt ein großes fachübergreifendes medizinisches Wissen, hohes technisches Verständnis und eine außerordentliche psychische und körperliche Belastbarkeit.

 

 


Die Anästhesieambulanz

Sie stellt mittlerweile einen unabdingbaren Verknüpfung an der Schnittstelle zwischen Hausarzt und sogenannten „Clinical path ways“ (Klinik, klinische Qualitätswege) dar. Risiken des operativen Eingriffs und der Narkose als Einheit sowie der eventuell mitgebrachten, manchmal ernst zu nehmenden Grunderkrankungen und deren notwendige Verbesserung werden erörtert, gegebenenfalls noch weiterführende Voruntersuchungen in die Wege geleitet. Die geeigneten Narkoseverfahren kann der Patient in etlichen Fällen mit uns relativ frei wählen, nicht selten kommt auf Grund der operativen Technik oder anderer Zwänge nur ein spezielles Verfahren in Frage. Zusammenhänge von organpathologischen Veränderungen einerseits und Seelen- und Gemütszustand des Patienten (Angst, Vertrauen, Heilungsaussichten, Wiederherstellung der Gesundheit) werden hier vertrauensvoll und aufklärend besprochen.

 

Unsere Aufgaben beinhalten auch die Betreuung, Ausbildung und das wohlwollende Ernstnehmen unseres nicht akademischen und akademischen Nachwuchses. Wir helfen, heilen, pflegen, therapieren und entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen.

 


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